Warum wir auf unserer Weltreise zu Vegetariern wurden

Warum wir auf unserer Weltreise zu Vegetariern wurden

Gastbeitrag von www.herumtigern.com

 

Hanoi, Oktober 2019

 

Wir machten uns morgens gegen 9 Uhr auf den Weg zum Ho Chi Minh Museum im Regierungsdistrikt und wurden zugleich von hupenden Rollern und Autos begrüßt. Google Maps führte uns durch kleine quirlige Gassen, wo wir immer wieder „Metzger“ bei der Arbeit sahen, die Schweinehälften in der prallen Sonne auf der Straße verarbeiteten und die gewünschten Stücke an die vietnamesischen Kunden verteilten.

 

Hier stellten wir uns zunächst die Frage, ob es denn so gut sei, wenn man die Ware offen in der Sonne liegen lässt? - denn beim Rückweg, lagen viele Fleischstücke noch unberührt in der Sonne.

 

Auf dem Weg durch die Stadt fuhr dann ein Schweinetransporter an uns vorbei und wir sahen, wie eng die Tiere in die Boxen gequetscht wurden und fühlten Mitleid mit den Tieren, die gerade zum Schlachter fuhren.

 

Könnten wir den Akt des Tötens selber übernehmen?

Wie können wir Tiere essen und gleichzeitig Haustiere halten?

Wie können wir akzeptieren, wie Tiere gehalten werden?

 

 

Es war nicht das erste Mal, dass wir sahen, wie in Asien Tiere gehalten werden. Auf Bali hatten wir eine Massentierhaltung mit Hühnern gesehen, die aufgrund der Enge in der Box nicht stehen konnten. In Thailand hatten wir Rinder gesehen, die total abgemagert Feldarbeit machen mussten, doch nun stellten wir uns die Frage, ob wir in Zukunft noch Fleisch konsumieren sollten.

 

Ein weiterer Punkt ist selbstverständlich die Nachhaltigkeit. Macht es Sinn, wenn in Brasilien Regenwald abgeholzt wird, um Sojaplantagen anzubauen, mit deren Ertrag Rinder gefüttert werden? Macht es nicht mehr Sinn, die Ressourcen Wasser und Getreide/Pflanzen direkt als Mensch zu konsumieren und die Verschwendung zu minimieren?

 

Als Beispiel fällt mir ein, dass man für 1Kg Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser benötigt. Für Soja und Weizen sind es unter 2.500 Liter Wasser, die ja zusätzlich aufgewendet werden, da das Rind ernährt werden soll. Zusätzlich stoßen die Rinder Methan aus, welches in die Atmosphäre gelangt. Aufsummiert, ergibt sich somit eine ordentliche Umweltbelastung, denn Tierhaltung stößt sogar mehr Treibhausgase aus, als der weltweite Verkehr!

 

Welche Ernährung macht denn wirklich Sinn? Brauchen wir Fleisch, um zu überleben?

 

Lange Zeit hielt sich der Mythos, dass wir uns nur soweit entwickeln konnten, da wir als Jäger und Sammler Fleisch aßen. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass bei frühen menschlichen Siedlungen Knochenreste von Tieren entdeckt wurden, die sich über Jahrtausende hielten. Neue Forschungen ergaben aber, dass bereits zu früherer Zeit kompostiert wurde und sich diese biologischen Abfälle mit den bislang genutzten Methoden nicht nachweisen ließen.

 

Fakt ist, dass wir uns bereits in unserer Frühzeit hauptsächlich von Pflanzen ernährt haben. Unser Verdauungstrakt ist für tierische Eiweiße „überhaupt“ nicht ausgelegt.

 

Der Mythos, dass ein Mangel an Vitamin B12 bei einer fleischlosen Ernährung entsteht, kann auch entkräftigt werden, da Tiere das Vitamin auch über die Nahrung aufnehmen. Somit müssen wir uns als Mensch lediglich die Quelle suchen und können so einem Mangel vorbeugen.

 

Mit diesem Wissen, war für uns sofort klar, dass wir kein Fleisch mehr essen müssen, um unsere Bedarfe zu decken. Doch wie können wir uns nun ernähren, damit wir im Einklang mit der Natur leben?

 

Hier gilt einfach das Prinzip: Saisonal, Lokal und Bio.

Das kann man ganz einfach hier nachsehen:

 

https://www.regional-saisonal.de/saisonkalender

 

Zuletzt müssen wir nun noch überlegen, ob es Produkte gibt, auf die wir trotzdem verzichten sollten, da sie einen Balast für die Umwelt darstellen:

 

In Anbetracht der CO2-Emissionen haben wir hier wieder tierische Produkte wie Käse, Milch und Eier. Vor allem aber die bei den deutschen so beliebte Butter, entpuppt sich als wahrer Klimakiller mit über 23 Kg CO2 pro Kg.

 

Zusätzlich kommt natürlich noch die Verpackung ins Spiel:

Eine in Plastik gepackte Gurke könnte nachhaltiger sein, da sie länger ihre Form und ihre Farbe behält und somit vom Supermarkt nicht so schnell aussortiert wird. Im Endeffekt liegt es aber an uns Konsumenten, auch Lebensmittel mit kleinen Makel zu kaufen und zu verwerten. Denn der Geschmack ist meistens nicht betroffen. Hier verweisen wir nochmal auf den Gastbeitrag von Linda Seiler!

 

Der Verzicht auf Plastik beim Einkaufen hilft ebenfalls der Umwelt. Auch wenn dies nicht einfach ist (wir wissen wovon wir reden), hilft jede bewusstere Konsumentscheidung dabei, ein gesünderes Leben und im Einklang mit der Natur zu leben.

 

Hast du Lust auf ein nachhaltiges Kochbuch, um endlich selber nachhaltig durchzustarten?

 

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